SuperGiroDolomiti 2017

Bericht Jürgen Lindlbauer

 


Am vergangenen Sonntag 11.6.2017 wurde bei herrlichem Wetter die 4. Auflage
des Radmarathons „SuperGiroDolomiti“ ausgetragen. Bereits 2016 hatte ich
großes Interesse diesen anspruchsvollen Marathon zu bestreiten; schließlich
ist dieser das Pendant zum Ötztaler Radmarathon. Der Giro wurde heuer wieder
auf der Originalstrecke mit 232km und satten 5234hm ausgetragen. Viele
Osttiroler Ciclisti sind der festen Überzeugung dass dieser Radmarathon bei
weitem anstrengender ist als der Ötzi. Er hat eben noch nicht den
Bekanntheitsgrad eines Ötzi´s. Der Vorteil dieses Giro ist jedoch, dass man
sich am Tag vor dem Rennen noch anmelden kann!

Hier kurz zur Originalstrecke:

Die grenzüberschreitende Streckenführung mit Start in Lienz (Osttirol)
führte über den Gailbergsattel nach Kötschach-Mauthen über den 1357m hohen
Plöckenpass auf die italienische Seite. Nach kurzer kurvenreicher Abfahrt
ging es von Paluzza auf schmaler Straße wieder über 550 Höhenmeter nach
Ligosulla hinauf. Die Abfahrt nach Paularo war holprig. Ab hier ging es dann
ordentlich zur Sache. Es stand der bei der Giro d´Italia 2013 gefahrene
Lanzenpass am Programm. Steigungen mitunter von knapp 20% waren angesagt.
Mehr als 1000hm mussten hier am Stück bewältigt werden. Steile Rampen,
schroffer und kaputter Asphalt machten die Auffahrt nicht gerade leicht.
Nach der Abfahrt in Pontebba angekommen waren weitere 1000hm auf das
Nassfeld zu bewältigen. Die Sonne schien auf den Rücken und so manche
schwarze Raddress war übersäat mit großen weißen Salzflecken. Am Nassfeld
angekommen waren in Summe 120km und etwas mehr als 3800hm zurückgelegt
worden.

Nach einer rasanten Abfahrt auf österreichischem Boden ging die Strecke
zurück nach Kötschach-Mauthen wo nun der letzte Streckenabschnitt mit
weiteren 1500hm und 35km auf den Kartitscher Sattel bevor stand. Diese 35km
hatte es wirklich in sich. Ständige Rampen mit rd. 10% mit anschließender
kurzer Abfahrt forderten so manchen psychisch; dies wiederholte sich mehrere
Male bis auf die Sattelhöhe von 1525m. Nach der Abfahrt ging es mit
Gegenwind nach Lienz zurück.

Bei diesen Giro waren in Summe lt. Veranstalter etwas mehr als 400 Starter
für die Langdistanz gemeldet. Bis 19:00h (Zeitlimit) sind 305 davon ins Ziel
eingefahren. Einige Teilnehmer haben zwar am Nassfeld super Zwischenzeiten
erreicht und auch etliche Ciclisti überholt, jedoch reichte schlussendlich
nicht die Power für die letzten 130km/1500hm um mit der Gruppe mitzufahren.
Daher immer meine Devise, dass Rennen ist erst im Ziel zu Ende 😊 Mit der
guten Vorbereitung/Training war mein eigentliches Ziel unter 09:00h zur
fahren. Diese Ziel habe ich bereits am Lanzenpass komplett ausgeblendet,
denn dieses Streckenprofil und auch die Beschaffenheit der Straße waren für
meine Zielfestung nicht zu schaffen. Ich wurde mit einer Gesamtzeit von
9:23h bei der Herren 107, in der jeweiligen Altersklasse belegte ich den 34.
Rang. Bestzeit belegte ein Fahrer aus dem Team Corratec mit 7:25h.

Ich kann den Ortskundigen Biker nur recht geben. Der GiroSuperDolomiti
spielt eine Liga höher als der Ötzi. Tolles, kleines Event!